Selbstversorgerhaus
Ev. Freizeithaus Gersbach
Naturpark Südlicher Schwarzwald

AG MINIFOSSI
Arbeitsgemeinschaft Mineralien, Fossilien, Gold, Glas & Fortifikation
- Arbeitsgemeinschaft besonders befähigter Schüler -
Friedrich-Ebert-Schule Schopfheim
 Gemeinschaftsschule
D- 79650 Schopfheim

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   Historische Fortifikation & experimentelle Archäologie 
 
Von Wolfsankern, Krähenfüßen, Wassernüssen, 
Wolfseisen & Wolfsangeln 

 
 Spurensuche nach den natürlichen Vorbilder
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Foto © Werner Störk 2010
Haben Sie die heimtückischen Krähenfüße entdeckt? Mehr davon? 
Dann wählen Sie die unten nachfolgenden Direktlinks ... 
 
 
Fotos © Werner Störk 2010

Wolfsangel, Wolfsanker, Wolfseisen und Wolfshaken - mehr 

davon? Dann wählen Sie die nachfolgenden Direktlinks ... 

 
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Vorbild Natur Wappen Doppelhaken Wassernuss Kleine Wolfsangel
Ninja-Tashibishi Heraldik Anrisse & Skizzen Wolfsanker Fußangel
Handgeschmiedet Wolfsangel Historische Fußangeln Wolfseisen Große Wolfsangel
         
 
Der Wolf ist Tier des Jahres 2003
 
Von Kaulen, Ludern
und Wolfsgruben 
 
 
Hinweis: Um das Thema möglichst umfassend darzustellen, haben wir über
mehrere Suchmaschinen den Begriff "Wolfsgrube" laufen lassen. Was dabei
gefunden wurde, stellen wir nun als freie Auszüge ins Netz.
 
"Die Wolfsgrube ist eine vom Kalkofenweg gegabelt nach Westen 
abzweigende Straße, die einige Häuser am äußersten westlichen 
Rand des bebauten Gebiets erschließt. Der alte Flurnamen mag 
an eine Wolfsgrube erinnern, die sich entweder als Tierfalle oder 
- eher - als Tierzwinger hier befunden haben könnte. Unweit der 
Bildsäule erregt die Flurbezeichnung "bei der Wolfsgrube" (1030)
unsere Aufmerksamkeit. Sie führt uns in jene Zeit zurück, in der 
die Wölfe zur Plage der Hirten wurden. Da man sie mit den 
unzulänglichen Waffen dazumal nicht bekämpfen konnte, wurden
Fanggruben ausgehoben und mit einem Wolfsluder, einer Art 
Lockspeise, versehen. Fast in jeder Hahnenkammgemeinde
war der Flurname Wolfsgrube gebräuchlich."
 
 
"Deshalb soll an dieser Stelle auf eine trichterförmige Vertiefung 
im Bliesdalheimer Wald aufmerksam gemacht werden  – die Wolfskaul.
Ihr Durchmesser am oberen Rand  beträgt ca. 17 bis 20 Meter. In der 
Mitte ist sie etwa acht Meter tief. Dort zeigen einzelne halbvermoderte
Baumstümpfe einst mächtiger Buchen, dass diese Kuhle nicht erst in
jüngster Zeit entstanden ist. In der Landkarte von Tilemann Stella aus
dem Jahre 1564 ist bereits die Bezeichnung „Wolfsgrube“ oder 
"Wolfskaul" vermerkt.
 
 
"Ein Typ von Fanggruben ist die Wolfsgrube. Magnus Erikssons erließ
dieses Gesetz im 13. Jahrhundert. Hier wurde festgelegt, das die 
Gemeinden Wolfsnetze, Wolfsgruben und Wolfshöfe bereitstellen und
anlegen mussten. Die Wolfsgruben sind gewöhnlich rund, zwischen 
5 - 10 m im Diameter, sie können aber auch quadratisch und etwas 
kleiner sein. Die Gruben haben mit Naturstein gemauerte Wände oder 
Querwände aus Holz die jedoch mit der Zeit verrottet sind. Die Gruben
hatten einen Pfahl oder andere Anordnungen in der Mitte auf die eine
Lockbeute platziert wurde.  Die Wolfsgrube liegt immer alleine in die
Nähe von ein Bauernhof und es gibt im ganzen Schweden."
 
 
"Ferner legte man »Wolfsgärten« oder »Wolfshecken« (Öschingen)
an, also mit Planken, Palisaden oder Zäunen umfriedete Dickichte.
In ihnen wurden lebende Köder (Wild, Geißen) oder Kadaver (Pferde,
Kühe) deponiert. Der Zugang war mit Falltüren versehen, die meist 
von einem in einem Baum sitzenden Wächter mit einem Seil 
verschlossen wurden. Herrschaftliche »Jäger« ließen gar neben 
der Falle ein beheizbares Wachhäuschen errichten, von wo man 
bequem auf den Wolf schießen konnte. Württembergs Herzog 
Ulrich, der persönlich auf Wolfsjagd ging, ließ 1514 bei Sankt 
Johann/Glems einen der vielen Wolfsgärten anlegen. Pfullinger 
Untertanen mussten ihr totes Vieh als Köder (Luder) liefern. Von 
dieser Stelle zeugt noch heute der »Wolfsfelsen«. Die Wolfsgruben
waren weit verbreitet, vermutlich an jedem Dorf in Waldnähe. 
Naturschutzwart Fritz Krauß nennt Stellen am Kusterdinger 
Neubaugebiet, am Pfullinger Elisenweg, unterhalb der Reutlinger 
Deponie oder an der Mössinger Steinlach. Sie waren tief 
ausgegraben und mit senkrecht stehenden Brettern verschalt. 
Die obere Öffnung, so eine Beschreibung in den Blättern des 
Schwäbischen Albvereins von 1900, wurde durch Reisig leicht 
verdeckt und darauf ein Köder gelegt: »Zu dessen sicherer Lage
gelegentlich ein mitten in der Grube stehender, senkrechter Pfahl
diente.« Rings um das Loch führt ein niedriger Zaun. Wollte das
Tier den Köder ergreifen, musste es springen. Dummerweise 
fielen offenbar auch Menschen in diese Gruben, so dass ein
Waldverbot erlassen werden musste."
 
 
Davon berichtet auch eine andere Quelle:
"Das Kreuz an der Mettlacher Straße (1760) zeigt, wie auch 
andere Kreuze, deutlich das IHS-Zeichen mit dem Herz-Jesu-
Motiv. Die Inschrift ist erkennbar: WEIT SEI VON/MIR DAS ICH
MICH/ RVHME DAN IN/DEM CHREUTZ CHRISTI. Überliefert 
ist, dass an dieser Stelle eine Wolfsgrube gewesen sein soll. 
Ein ahnungsloser Wanderer stürzte hinein und gelobte im Fall
seiner Rettung ein Wegekreuz zu errichten."
 
 
" Eine andere Fangart war die der Wolfsgrube. Sie war ca. 3,5 Meter lang,
3,5 Meter breit und 4 bis 5 Meter tief. An den Innenseiten war sie mit 
Holzbohlen verkleidet, damit der Wolf sich nicht heraus graben konnte
. Die Oberkante wurde mit dünnen Zweigen abgedeckt und in die Mitte
ein verendetes Tier gelegt. Ein Wolf, der sich nun die Beute holen wollte,
fiel dabei in die Grube und konnte erschossen werden. Eine Wolfsgrube
konnte auch mit Flechtwerk umzäunt werden, in das die Wölfe getrieben
wurden. Man sprach dann von einem Wolfsgarten. Selbst vor Gift schreckte
der Mensch bei seinem Ausrottungsfeldzug nicht zurück; schließlich gab 
es für eine alte Wölfin 1817 noch eine Prämie von 12 Talern. Es wurden 
sogenannte "Wolfskugeln" gelegt. Sie enthielten Strychnin, das aus dem
Samen der Brechnuß und dem Blauen Eisenhut gewonnen und auch als 
"Wolfswurz" bezeichnet wurde. Nicht selten war aber das Gift zu schwach 
dosiert oder die Köder wurden von anderen Tieren aufgenommen. Eine
weitere Fangmethode bot das schwere Fangeisen, auch Schwanenhals 
genannt. Da in einem solchen Eisen der Wolf sich nur selten fangen ließ,
ist diese Art des Fanges bald eingestellt worden."
 
 
Bei Burganlagen auch als Wolfsgrube bezeichnet: Grube hinter dem Tor, 
Angreifer sollten hineinfallen, in Friedenszeiten verschlossen.
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Sammlung & Repros & Fotos © Werner Störk 2007
Weghindernisse als defensive Verteidigung: Krähenfüße (Fußangeln), umgelegte 
Egge, Nagelbretter (Sturmbretter) sowie unterschiedliche sog. Spanischen Reiter
(historische Abbildungen und Erklärungen auf den Kriegskunst-Tafel von Homann)
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Webdesign © Werner Störk 2007
Moderne Krähenfüße, wie sie vom Militär und der Polizei eingesetzt werden
 
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Sammlung & Fotos © Werner Störk 2007
Historische originale Fußangeln oder Krähenfüße
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Fußangeln (Fußeisen), eiserne Körper mit vier etwa 8 cm langen, so gestellten Spitzen, daß immer drei 
auf dem Boden ruhen, während die vierte in die Höhe steht. Sie dienen zum Ungangbarmachen von Fur-
ten, seichten Überschwemmungen etc. Mehr als die leicht aufzuhebenden und schwer herzustellenden F.
verwendet man Eggen, mit Nägeln beschlagene Bretter (Sturmbretter) oder Verpfählungen mit sogen. Cä-
sarpfählchen. F. werden auch in Gärten und auf Feldern zum Schutz gegen Diebe gelegt, doch darf dies 
in der Regel nicht ohne obrigkeitliche Erlaubnis, resp. nicht ohne Anbringung von Warnungstafeln etc. ge-
schehen - so die Erklärung in der historischen Quelle von Meyers Konversationslexikon 1889. Neben dem
Begriff Fußangeln gibt es auch Bezeichnungen wie Fußeisen, Trittfalle, Wurfeisen, Wolf und natürlich der
Krähenfuß.
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Alle Fotos © Werner Störk 2007
Für wehrgeschichtliche Experten ein Glücksfall der Sonderklasse: Das riesige Gemälde in der Kapelle 
von Schönenbuchen zeigt den Einsatz von Krähenfüßen durch die Schwarzwälder Bauern, die an der 
Letze von Schönenbuchen dem Heer der Armagnacen 1444 eine vernichtende Niederlage beibringen. 
Es ist eines der ganz seltenen Bildzeugnisse vom konkreten Einsatz der Krähenfüße: Von den Bauern
aus kleinen Weidekörben - von sicherer Anhöhe - aus auf die Angreifer, alles im Bild sehr exakt festge-
halten. Unseres Wissens gibt es kein vergleichbares Bild.
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Alle Fotos © Werner Störk 2007
Die Krähenfüsse werden hier auch im aktiven Kampfgeschehen eingesetzt - also nicht nur zu rein defensiven
Sicherung von Wegen, Furten und Letzen. Deutlich erkennbar, wie die Krähenfüße zwischen die Reiter fallen
und es nur noch ein Bruchteil einer Sekunde dauert, bis die Pferde in die Fußangeln treten, aufsteigen und
den Reiter abwerfen - was eine Kettenreaktion auslöst: Andere Pferde scheuen, auch Fußsoldaten treten in 
Fußangeln, Reiter werden abgeworfen, die Angriffsformation wird binnen weniger Minuten zur Makulatur. Ein
beredtes Zeugnis aus dem erfolgreichen "kleinen Krieg" der wehrhaften Bauern im südlichen Schwarzwald.
 
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Fotos © Sammlung Werner Störk 2006
Original-Krähenfüße aus dem Südschwarzwald
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Nachfolgend noch interessante Informationen über Krähenfüße und Fuß-

angeln, über Beispiele aus Natur und Technik, Biologie und Geschichte.

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Foto © Werner Störk 2002

Krähenfuß-Wegerich - hier leitet sich der Name nach historischen Quellen 

von der krähenfußähnlichen Blattform ab.

Der Krähenfuß hat ein dünne schlechte Wurtzel mit vielen Zaseln am  Ge-

schmack zusammen ziehende mit einer Wärmbde. Die Bletter  seynd 

schmal und lang und gewinnt ein jedes Blat etliche Nebenzincklein die 

seyndt schmal und lang die seyndt den Vogelsklawen oder Hirschhörnern 

der gestalt nach ähnlich von Farbe satt oder schwartz-grün die ligen auff 

der Erden gerings herumb Sternenweiß.

Quelle: Kräuterbuch von Jacobus Theodorus 1625

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Foto © Werner Störk 2002
Krähenfuss-Wegerich Plantago coronopus
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Foto © Werner Störk 2002
Fußangel-Flockenblume,  auch gemeine rote Sterndistel oder Stern-
Flockenblume Centaurea calcitrapa L. - hier hat die besondere Form
der dornigen Hüllblättern der Blütenköpfe zum Namen geführt.
 

Fussangel-Flockenblume 
Centaurea calcitrapa L. 
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Foto © Werner Störk 2002

Die Wassernuss Trapa natans L.. - der Name leitet sich von 

dem Wort Falle, lat. calcitrapa (Fußangel), ab.

 
Alle Fotos © Werner Störk 2007
Lebende Pflanze der zweihörnigen Wassernuss
 
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Webdesign Werner Störk 2007
Historische Abbildung der gewöhnliche Wassernuss
 
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Webdesign Werner Störk 2007
Blattrosette und Nussfrucht der gewöhnlichen Wassernuss Trapa natans L. 
 
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Alle Fotos © Werner Störk 2007
Keimende zweihörnige Wassernuss
 
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Webdesign Werner Störk 2007
Historische Wassernuss-Abbildung  
 
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Sammlung & Fotos © Werner Störk 2007

Historische Krähenfüße und ihr - mögliches -  natürliche Vorbild:

Die Wassernuss

 
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Sammlung & Foto © Werner Störk 2072
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Informationen zu Wassernüssen, Fußangeln & Krähenfüssen
Auf Grund der intensiven Auseinandersetzung mit den Fortifikationselementen Krähenfuß bzw. Fußangel haben wir
die Hypothese entwickelt, dass die Wassernuss tatsächlich das natürliche Vorbild für die Verwendung und Weiter-
entwicklung der Fußangeln und Krähenfüße als Defensivwaffe war. 

Die Wassernuss ist im Mittelmeergebiet, in Mittel- und Osteuropa sowie Mittel- und Südasien, auf Formosa, Japan 

und in Mittelafrika zu finden. Der bevorzugte Lebensraum sind kalkarme aber nährstoffreiche und sommerwarme Alt-

wässer, humus- und schlammreichen Teiche und Seen.

Quellen aus Ungarn berichten, dass man dort die Wassernuss in den ersten Herbsttagen vom Kahn aus fischte, in-

dem man ein Stück Pelz oder einen Lämmerschwanz hinter dem Kahn herzog, an dem die stachligen Früchte
hängen blieben. In manchen dieser Gegenden gab es so viele Wassernüsse, dass man sie mit dem Rechen an
Land ziehen konnte.

Sie ist fast nur im Tiefland in wärmebegünstigten Regionen zu finden also auch im bevorzugten Altsiedelland. Ar-

chäologische Untersuchungen weisen insbesondere in Osteuropa große Mengen von Wassernüssen nach, die die 

umfangreiche Verwendung in der Ernährung spätestens seit dem Neolithikum belegen.

Im Neolithikum nahm die pflanzliche Nahrung nach und nach einen immer größeren Stellenwert ein, da sich auf

Grund des verbesserten Klimas mehr derartige Nahrung finden ließ. Die Frucht der Wassernuss ist essbar, muss

jedoch erhitzt werden, um die Toxizität abzubauen und die Übertragung von Parasiten (z. B. Leberegel Fasciolopsis

buski ) zu verhindern. Die Wassernuss wurde gekocht und geschält. Das weiße mürbe Innere, das der Edelkasta-

nie gleicht, hat man entweder so gegessen oder mit Mehl vermischt weiterverarbeitet. Aus dem Teig wurde oft auch 

Brot gebacken.

Ausgehend von der Tatsache, dass bereits im Neolithikum diese Früchte von den Menschen verzehrt wurden, also 
ihnen bekannt waren, lässt die Vermutung zu, dass auch bereits damals die besondere Gefahr, die von diesen 

Früchten ausgehen kann, erkannt wurde: 

Die Wassernuss liebt stille Gewässer und bietet unter ihrer eindrucksvollen Blattrosette an der Wasseroberfläche 

optimalen Schutz für Jungfische, die wiederum größere räuberische Fische anziehen - also ein ideales Fischfang-

gebiet für den Menschen. Bei der Jagd auf größere Fische mit dem Fischspeer bewegte sich der Sperrträger ent-

weder im Einbaum oder direkt im Wasser. 

Dabei machte er sicherlich Bekanntschaft mit dieser Wasserpflanze: Ihre bis zu 2 Meter langen Sprosse haben sich
um seine Beine gewickelt und bei Auftreten auf die im Schlammboden verborgenen Nussfrucht zog er sich eine sehr
scherzhafte Verletzung zu. 

Die Fußangel stimuli wird bereits schon früh bei den Römern  eingesetzt, neben lilia (zugespitzte Baumstümpfe; Rei-
sig), cippi (verkehrte Baumstümpfe), fossa (Graben mit und ohne Wasser), cervus (Verhau, Verhack, Äste) und vallum 
(agger, Wall) als defensiven Abwehrsystemen. Wir gehen davon aus, dass auch die Germanen sie einsetzten. Unsere
Annahme basiert auf der Tatsache, dass sich der Name der Gattung Trapa von dem latinisierten germanischen Wort
calcitrapa = Fußangel ableitet. Auch im Wort Trapper (Fallensteller) finden wir die Verbindung zur Jagd bzw. zum Jagd-

gerät.

Betrachten wir die zweihörnige Wassernuss etwas genauer: Der Begriff "Angel" ist beim Anblick der ganzen Pflanze 

naheliegend: "Angelschnur" (Pflanzenspross) und "Angelhaken" (Nussfrucht). Dreht man das Ganze um, sieht man 

eine "Wolfsangel" mit einem "Wolfsanker" - und die verblüffende Affinität zu den zur Wolfsjagd eingesetzten Fangge-

rätschaften..

Nach unseren intensiven Recherchen steht zumindest für uns  fest, dass die Fuß- wie die Wolfsangel, die Trittfalle 
wie der Krähenfuß un- und mittelbare natürliche Vorbilder einerseits in der zweihörnigen, aber auch in der vierhörni-

gen Wassernuss haben und vom Menschen - entsprechend seiner ihm zur Verfügung stehenden Materialien - nach-

geahmt, verbessert und den jagd- und wehrtechnischen Anforderungen angepasst wurde.

In Japan wurden getrocknete Wassernüsse Hishi als Defensivwaffen eingesetzt. Ihre verholzten Dorne durchdrangen
leicht die Strohsandalen oder die aus Baumwolle hergestellten Tabis-Sohlen und verursachten schmerzhafte Ver-
wundungen. Die Wassernüsse bzw. Wasserkastanien wurden später dann durch die Metalldorne Tetsubishi ersetzt,
die bei uns als Krähenfüsse und Fußangeln bekannt sind (siehe unten: Bucheckern).

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Fotos © Werner Störk 2007

"Angelschnur" mit "Angelhaken" - eine Trapa bicornis Osbeck (zweihörnige Wassernuss), eine Fußangel (rechts) 

und bei der Umkehrung des Objekts eine frappierende Ähnlichkeit mit dem Wolfsanker, einem wichtigen Bestand-

teil der Wolfsangel (Mitte und links)

 
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Fotos & Webdesign © Werner Störk 2007
Früchte der Wasser- oder auch Horn-Nuss
 
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Fotos © Werner Störk 2072
Ganz egal, wie man die Nussfrucht wirft: Immer steht einer der Dorne nach oben
 
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Fotos © Werner Störk 2072
Versuch mit einer anderen Nuss-Varietät: Wieder steht einer der Dorne nach oben
 
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Fotos © Werner Störk 2072
Ein weiterer Versuch ...
 
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Fotos © Werner Störk 2072
Und noch einer ... einer der vier typischen Dorne, die sich aus den vergrößerten und verholzten 
Kelchblättern gebildet haben, steht immer nach oben und bedeutet für Hufe wie Füße eine la-
tente Gefahr.
 
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Fotos © Werner Störk 2072
Die äußeren Enden der Dorne tragen im nass-feuchten Zustand beim genauen Hinsehen viele
Widerhaken. Nach archäologisch-experimentellen Versuchen mit verschieden Fellen und un-
terschiedlichen Feuchtigkeits- bzw. Trockenstufen der Nussfrucht, gehen wir davon aus, dass
diese schnell abbrechenden Widerhaken sich - entgegen gängiger Quellen -  nicht dafür eig-
nen, wie Kletten im Fell von Tieren festzuhaken und damit für die eigene Verbreitung zu sor-
gen. Vielmehr sehen wir darin eine Verankerungshilfe im Schlamm von  Still- und Altwässern, 
um möglichst schnell einen optimalen Keimplatz zu sichern. Was uns natürlich aufgefallen ist 
und hier angemerkt werden muss: Viele Krähenfüße wurde auch mit Widerhaken ausgestatten - 
nach wessen Vorbild? Die Wassernuss könnte hier sehr wohl "Pate" gestanden haben.
 
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Sammlung & Fotos © Werner Störk 2007
Wie die Dorne bei den Wassernüssen tragen auch viele Fußangeln die gefährlichen
Widerhaken, die tiefe Fleischwunden schlagen und bei unzureichender Wundversor-
gung zu lebensbedrohlichen Verletzungen führen können.
 
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Fotos © Werner Störk 2072

Die äußere Form dieser zweihörnigen Wassernuss  vermittelt dem 

Betrachter sehr wohl das Bild von massigen (Wasser-)Büffelhörner

und träft somit ihren Zweitnamen Hornnuss zurecht - wobei natür-

lich die Stacheln der vierhörnigen Wassernuss ebenfalls Hörnern

gleichen.

 
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Wolfsanker und Wolfsangel in der Heraldik: Wappen von Katzweiler (links) mit Wolfsangel, 
 Wappen von Fellbach (Mitte) und Wappen von Katzstein (rechts) mit Wolfsanker.
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Es ist auffallend, dass die äußere Form der zweihörnigen Wassernuss stark dem "Anker" 

einer Wolfsangel ähnelt und somit Vorbild für diese Gerätschaft sein könnte. Wolfsangel 

und Fußangel haben identische Funktionen - als Jagdgerät wie auch als Defensivwaffe.

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Foto © Werner Störk 2007
 
Foto © Werner Störk 2007
 
Foto © Werner Störk 2007
 
 
 
Foto © Werner Störk 2007
 

 
 
Foto © Werner Störk 2007

Diese Art der Wassernuss - nur mit zwei Dornen (zweihörnig) - ist leicht 

auf die Wolfsangel mit ihrem Wolfsanker übertragbar


 Nun folgen einige Wolfsangel-Symbole in der Heraldik (Wappenkunde).

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Aber auch in der Architektur bzw. Statik kennt man den Begriff der Wolfsangel  ...

Foto © Werner Störk 2003
I
Foto © Werner Störk 2003

In der historischen Altstadt von Schopfheim: Über der Tordurchfahrt sitzen zwei 

Wolfsangeln. Die Wolfsangeln fixieren und stabilisieren hier das Mauerwerk.

 
Fotos © Werner Störk 2003
Foto © Werner Störk 2003

Ein in vielfacher Hinsicht gelungenes Ensemble. Deshalb: Die liebevoll restaurierte 

Schopfheimer Altstadt mit rustikalem Kopfsteinpflaster ist

 immer einen Besuch wert ...

 
Fotos © Werner Störk 2004

Die Wolfsangel - diesmal als persönliches Steinmetz-Zeichen am Breisacher Münster

 St. Stephan auf dem Münster-Vorplatz (zwischen Rathaus und Münster 

St. Stephan in Breisach bei Freiburg.)

 
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Da die gewöhnliche Wassernuss selten geworden ist und auch die Früchte nur schwer 

zu bekommen sind, haben wir hier nachfolgend einige Fotos zusammengestellt. Dabei

auch die zweihörnige Wassernuss Trapa bicornis Osbeck.

 
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Alle Fotos © Werner Störk 2007
Wir danken den Institutionen und Einrichtungen, die uns bei der nicht ganz einfachen Suche 
nach Wassernüssen - auch für unsere Ausstellung - sehr behilflich waren:
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Webdesign Werner Störk 2007

Die in der Literatur bestehenden Hinweise, dass getrockneten Buckeckernhülsen speziell in Japan als 

Defensivwaffen und natürlichen Krähenfuß-"Ersatz" eingesetzt wurden, ist sicherlich nur dort vorstellbar: 

Die Fußbekleidung bestand - wenn man nicht gerade barfuss ging - aus Reis-Stroh-Sandalen - hier 

drangen die holzigen  Stacheln  der Fruchthülle durch und verletzten die Fußsohle. Erwähnenswert 

finden wir jedoch den Hinweis auf den europäischen Bereich: Bucheckern sind für Pferde nachweis-

lich giftig - insofern könnte das in einigen historischen Quellen berichtete gezielte Ausstreuen von 

Bucheckern vielleicht hier einen konkreten Bezug herstellen.

 
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Fotos © Werner Störk 2007
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Schanzwerkzeug Musketenkugeln Streitaxt Hauen Schanzzeug Geschütze
Äxte Nördlingen Faschinen Beile Hippen Spaten
Krähenfuß  Kanonen Barte Funde Wölfe Kartaune
Werkzeug Schanzen Sappeur Waffen

Messer

Feldschlange
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