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AG MINIFOSSI
Arbeitsgemeinschaft Mineralien, Fossilien, Gold, Glas & Fortifikation
- Arbeitsgemeinschaft besonders befähigter Schüler -
Friedrich-Ebert-Schule Schopfheim
 Gemeinschaftsschule
D- 79650 Schopfheim

   
Auf den Spuren eines sagenhaften Venedigers: 
Marco Polo

© WS-2002
Ein Venezianer am Hofe des Großen Khans
(von 1254 - 1324 n. Ch.)
In einem Krieg Venedigs gegen Genua befehligte der Venetianer
Marco Polo eine Galeere, wurde aber durch die Inquisitoren Genuas
verhaftet und der Ketzerei beschuldigt. Die Genuesen wollten die
Kontrolle über Venedigs lukrative Handelsrouten erlangen und 
benutzten Marco Polo nun als Faustpfand: Sie versuchen, ihn zu
einem Geständnis zu zwingen, um dadurch ein päpstliches Verbot 
gegen Venedig zu erreichen. 
Doch die Venezianer riefen die französische Armee zu Hilfe, um 
das Komplott zu vereiteln. Bis dahin mußte Marco Polo drei Jahre
lang im Wehrturm von Genua verbringen. Hier teilte er eine Zelle 
mit einem Literaten namens Rusticello, der die phantastischen Reise-
Erlebnisse Marco Polos in französischer Sprache niederschrieb. 
Dieses Werk, das sich nur über Abschriften erhalten hat, ist die 
erste präzise geographische und ethnologische Dokumentation 
von Ländern und Völkern des Orients und prägte damit für 
Jahrhunderte das "westliche" Chinabild.
 2 Fotos © Werner Störk 2002
Foto © Werner Störk 2002
Das Geburtshaus von Marco Polo in Venedig,
Haus-Nr. 5858, im Stadteil Connareggio, 
unweit der Rialto-Brücke
Marco Polo, wohl 1254 in Venedig geboren, hatte seinen Vater 
1271 - 75 auf einer Handelsreise durch Zentralasien nach China
begleitet, das damals von den Mongolen unterworfen war. Schon
dessen Vater und Onkel waren 1261 bis 1269 in Asien gewesen. 
1271 brachen sie erneut dorthin auf und nahmen auch den jungen 
Marco mit. Der Weg führte in mühevollen dreieinhalb Jahren über 
eine Riesendistanz: von Palästina über Persien und den 
Persischen Golf, Pakistan und Pamir nach Nordchina.
Dort erreichten die drei den sagenumwobenen Hof des Mongolen-
Herrschers Kublai Khan. Marco Polo gelang es, das Vertrauen des 
Großkhans zu gewinnen, er beherrschte mehrere Sprachen und auch
die mongolischen Schriftzeichen. Kublai Khan betraute ihn mehrmals 
mit vertraulichen Missionen, die ihn durch weite Teile Ostasiens, aber
auch in die Gebiete Südostasiens führten. Marco Polo hatte sich 
während der Reisen Notizen gemacht, um Kublai Khan alles genau 
erzählen zu können. In seinen Berichten erwähnt er aber auch Regionen,
die er mit hoher Wahrscheinlichkeit nie selbst bereist hat.
Das Einzigartige an dieser Handschrift ist die Tatsache, daß es sich um 
ein Buch handelt, in dem Wirklichkeit und Phantasie aufeinandertreffen, 
wo mittelalterliche Vorstellungswelten mit europäischen Traditionen, Sagen
und Geschichten verwoben sind. So gab es schon zu Lebzeiten Marco
Polos nicht wenige, die an der Authentizität dieser Reiseberichte, ja sogar
an der Reise selbst, Zweifel hegen.
Die Bilderhandschrift über Marco Polos phantastische Abenteuerreisen
gehört zu den berühmtesten Handschriften des Mittelalters und gilt als ein
Höhepunkt der französischen Buchmalerei. Selten wurde ein weltliches 
Thema so umfangreich gewürdigt. Marco Polos Reportagen waren wie
geschaffen dafür, illustriert zu werden, zumal die Neugier auf den legendären
Osten in Europa schon immer ausgeprägt war. Die größten Buchmaler ihrer 
Zeit schmückten die 84 prachtvollen Miniaturen mit bezaubernden Farben 
und Gold und schufen so ein einmaliges und prachtvolles Zeugnis eines
besonderen Reiseberichtes.
Der Großkhan Khubilai fand anscheinend immer mehr Gefallen an dem
jungen Europäer und machte ihn schließlich zu seinem Präfekten. Als 
solcher durchstreifte Marco Polo China in allen Himmelsrichtungen, ehe
er 1292 zur Rückreise durch das Südchinesische Meer über Annam, 
Sumatra, Ceylon, Kalikut und Hormuz aufbrach.
Marco Polo Rückreise führte ihn somit über den Seeweg den Küsten des 
Indischen Ozeans entlang, über Bagdad bis nach Venedig . Hier ließ er sich
nieder und gründete eine Familie. Sein Bericht über Reichtum und Glanz des
Fernen Ostens war so phantastisch, daß sein Spitzname "Messer Milione", 
den er durch sein Vermögen erworben hatte, neue Bedeutung gewann. 
1299 freigelassen, gab Marco Polo 1307 eine revidierte Fassung heraus, 
die bis ins 16 Jahrhundert die geographischen Vorstellungen beherrschte. 
(1477 ins Deutsche übersetzt). Seine Lebensreise endete im Januar 1324
in seiner Heimatstadt.

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