Selbstversorgerhaus
Ev. Freizeithaus Gersbach
Naturpark Südlicher Schwarzwald


AG MINIFOSSI
Arbeitsgemeinschaft Mineralien, Fossilien, Gold, Glas & Fortifikation
- Arbeitsgemeinschaft besonders befähigter Schüler -
Friedrich-Ebert-Schule Schopfheim
 Gemeinschaftsschule
D- 79650 Schopfheim

 
Der geschmiedete Himmel
Himmelsscheibe von Nebra
Die älteste bekannte Himmelsdarstellung
 

Die Forschungsbereiche der AG Minifossi befassen sich nicht nur mit den Barockschanzen -unsere Fachbereiche beschäftigen sich - zum Teil sogar über Jahrzehnte - sehr intensiv 

mit dem Glas und den Glashütten im Schwarzwald, aber auch seit 25 Jahren mit der Erforschung und Untersuchung von Goldvorkommen im Schwarzwald und dem Hoch- und 

Oberrheingebiet. Eine für Schulen wohl einzigartige Edelmetallsammlung mit besonders schönen Gold-, Silber- und Platinstufen ist nur eines der sichtbaren Ergebnisse dieser For-

schungsarbeit. Wir bieten mit dieser Seite erstmals auch ein kurzes Streiflicht auf unsere anderweitigen Aktivitäten an, die parallel zur Schanzenforschung laufen. In Sachen Kelten

ist der Gersbacher Raum noch ein weißer Fleck in der Forschung - da sich hier aber auch für die Kelten interessante und wichtige Mineralien nachweisen ließen, liegt die Vermutung

nahe, dass auch dieses Gebiet - insbesondere in Rahmen der römischen Besiedlung des Dinkelberges, die einen erheblichen Siedlungsdruck auf die ansässigen Kelten ausübte und

sie zwang, immer tiefer in die bis dahin unbesiedelten Täler und auf die Bergkuppen der südlichen Abdachung des Schwarzwaldes auszuweichen - den Kelten als möglichen Rück-

zugsraum diente.

Tausende von staunenden Besuchern wurden in Wien wie auch im Mannheimer Reiss- Engelhorn-Museum von ihr wie magisch angezogen: Der Himmelsscheibe von Nebra. 
Sie ist einer der spektakulärsten archäologischen Funde der Bronzezeit mit der Darstellung von Sonne, Mond und Sternen, ausgeführt mit Goldblechen auf einer Bronzescheibe.
Es ist die älteste bekannte Himmelsdarstellung, vermutlich auch die älteste astronomische Sternkarte der Menschheitsgeschichte.
 

Von Schatzsuchern und Raubgräbern im Juli 1999  bei einer heimlichen Grabung in einer Wallanlage bei Nebra (Sachsen-Anhalt) gefunden, an Hehler verkauft  und von 

Kriminalbeamten 2002 im Basler Hotel Hilton sichergestellt, gehört diese  zwei Kilogramm schwere Bronzescheibe weltweit zu den absoluten archäologischen Raritäten 

und wissenschaftlichen Highlights unseres Jahrhunderts.

 
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Fotos © Werner Störk 2006
 Sonderausstellung "Die Himmelsscheibe von Nebra - der geschmiedete Himmel" 
in den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim
 
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Untersucht wird dieser einmalige Fund derzeit im Institut für Archäologie in Mannheim, das gemeinsam mit den Unis von Tübingen und Halle. Die Archäometrie untersucht mit 
naturwissenschaftlichen Methoden und Verfahren archäologische Funde und Befunde. Sie dient der Untersuchung der Herkunft von Rohstoffen, um so Rückschlüsse auf die Echt-
heit archäologischer Fundstücke ziehen zu können. Wesentlich ist dabei auch die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Fachbereichen wie der Montanarchäologie, Mineralogie, 
Geologie, Bergbaukunde, Biologie und Chemie.
 
Das Ziel des aktuellen Forschungsmoduls: Die geochemische Charakterisierung der Seifen- und Berggoldvorkommen im regionalen und europäischen Umfeld sowie die 
Abschätzung der prähistorischen Höffigkeit (Ausbeute versprechend) der Goldvorkommen. So werden derzeit alle Goldvorkommen Mitteleuropas intensiv untersucht, um Ver-
gleichsdaten mit den Goldblechen der Himmelsscheibe von Nebra zu sammeln. Auch die Goldvorkommen vom Schwarzwald und vor allem vom Rhein - von dem bereits röm-
ische Geschichtsschreiber berichten, dass sie keltische Frauen und Kind beim Waschen der goldreichen Sande beobachtet hätten.
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Foto © Werner Störk 2006
 
Schon 25 Jahren mit den Goldgründen des badischen Altrhein bestens vertraut, lag es nahe, dass auch die AG Minifossi in dieses europaweite Netzwerk mit aufge-nommen wurde.
Bereits im Herbst 2004 suchte Prof. Dr. Borg  von der Uni Halle Kontakt mit den Goldwäschern und ihrer umfangreichen Gold- und Datenbank. Aus dem Wissenschaftsteam reiste
nun extra  von Halle Dip.- Ing. Alexander Schmiderer nach Schopfheim, um gemeinsam mit einem erfahrenen Goldwasch-Team im Rhein  Gold zu waschen - quasi auf den Spuren
der Kelten. Die in den letzten Jahrzehnten gewonnene Kenntnis der exakten Lage dieser goldführenden Ablagerungen bescherten - auch für den europaweit agierenden Spezialisten -
eine überraschend ertragreiche Tagesausbeute. Sie wird nun mit modernsten Untersuchungsmethoden im Mannheimer Institut für Archäometrie auf Spurenelemente und Isotopie
untersucht -  wobei alle gewonnenen Daten der Minifossi-AG zur Verfügung gestellt werden.
 
Wenn im Herbst die „Himmelsscheibe von Nebra“ als Sonderausstellung vom 29. September 2006 bis zum 29. Januar 2007 im Historischen Museum Basel gastiert, werden unter den
Besuchern auch die Minifossis sein. Sie werden das Original des „geschmiedeten Himmels“ sicherlich staunend betrachten - mit einem ganz eigenen Bezug und dem Wissen, im Rah-

men eines europaweiten Projektes ganz persönlich an der Erforschung von diesem weltweit einzigartigen Fund  mitgewirkt zu haben.
 

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