Selbstversorgerhaus
Ev. Freizeithaus Gersbach
Naturpark Südlicher Schwarzwald

AG MINIFOSSI
Arbeitsgemeinschaft Mineralien, Fossilien, Gold, Glas & Fortifikation
- Arbeitsgemeinschaft besonders befähigter Schüler -
Friedrich-Ebert-Schule Schopfheim
 Gemeinschaftsschule
D- 79650 Schopfheim

 
Neufund aus dem Kleinen Wiesental: Eine 580 Gramm schwere Vollkugel
Französische Einpfünder
1678 und 1702 standen Dörfer im Großen und Kleinen Wiesental in Flammen
 
..
Foto © Werner Störk 2007
 
Ein Oberflächenfund aus dem Raum Wieslet – Tegernau beschäftigt derzeit die AG Minifossi: 
Ein Wiesleter Bürger fand auf einer frisch aufgeschütteten Wegdecke eine rostige  Kugel und 
brachte sie zur näheren Bestimmung in die derzeit laufende Sonderausstellung über den Tür-
kenlouis.
Eine erste Untersuchung bestätigte die Vermutung: Es handelt sich dabei tatsächlich um 
eine sog. „Einpfünder“, eine historische Kanonenkugel. Sie hat einen Durchmesser von nur
5 Zentimetern und dabei ein erstaunliches Gewicht von 580 Gramm. 
Wobei das Mehrgewicht durch die in der Erde entwickelte Erosionskruste entstand. Das hohe 
Gewicht weist die Kugel als Vollkugel aus Gußeisen aus, im Gegensatz zu den „Hohlkugeln“, 
deren Pulverfüllung entweder schon in der Luft oder erst beim Bodenaufprall explodierte. Die 
Kugel trägt eine erkennbare Gussnaht. Ein kleines Loch weist auf einen Gußfehler hin, wes-
halb die Kugel womöglich gar nicht zum Einsatz kam, da der Kanonier befürchten musste, 
dass die Kugel schon beim Zünden im Geschützrohr auseinander riss.
Die AG Minifossi verfügt derzeit über 50 originale Vergleichsstücke, die eine erste Einschät-
zung zulassen. Im Rahmen ihrer internationalen Kooperationen steht den Minifossis aber 
auch hochwertige Mess- und Untersuchungsmethoden zur Verfügung, die jetzt ein erstes, 
überraschendes Ergebnis erbrachten: Alle Mess- und Vergleichsdaten weisen auf den Zeit-
raum um 1700 hin und sind so relativ exakt den französischen Angriffen auf das Wiesental 
zuzuordnen.
Zwei historische Daten bilden dabei die geschichtliche Kulisse, vor der es zum Einsatz 
solchen Kanonenkugeln kam:
1678 wurden zum Ausbau der großen französischen Festung von Hüningen auch Männer 
des Wiesental zu Schanzarbeiten gepresst. Wegen Widerstands der Burg Rötteln wurde 
dabei das Dorf Rötteln niedergebrannt. Neben Weitenau, Tegernau und Wieslet ging auch
der unter Teil von Schönau in Flammen auf, der obere Teil der Stadt wurde bereits 1677 
verwüstet. 1702 erlebte das Wiesental nochmals einen Angriff. In beiden Fällen kamen 
auch solche Kugeln, wie jetzt gefunden, zum Einsatz.
Diese Kugeln wurden von Artillerie-Feldgeschützen zur Unterstützung der Infanterie (Fuß-
truppen) mitgeführt. Sie eigneten sich besonders in bergigem Gelände und beim Fehlen 
von gut befahrbaren Wegen – wie damals typisch für den Südschwarzwald. Beim Trans-
port wurde sie auf einer Lafette von einem Pferd gezogen, zum mobilen Einsatz konnten 
sie relativ leicht von ein zwei bis drei Mann in Stellung gebracht werden. Vermutlich wurde 
sie bereits mit einem Pulversack gezündet, einer Fortentwicklung der Zündtechnik aus 
dem 30-jährigen Krieg. 
Bei der Feldartillerie waren Kanonenkugeln die Hauptgeschosse. Wurden sie in einem in
flachem Winkel abgefeuert, flogen die Vollkugeln aus Gusseisen in Kopfhöhe der Solda-
ten (diese hörten wirklich das sprichwörtliche Pfeifen der Kugeln, wenn sie ihnen um die 
Ohren flogen). Nach ungefähr 800 Metern berührten sie das erste Mal den Boden, von 
dem sie dann wieder durch den flachen Aufprallwinkel in die Luft gelenkt wurden, um 
nach weiteren 400 Metern das zweite Mal aufzusetzen. Dann sprangen sie ein letztes 
Mal hoch und flogen nochmals 200 Meter weit. Auf Grund der damals praktizierten „Lin-
eartaktik“ der Truppenaufstellung schlugen solche Vollkugeln in den dichten Reihen der 
Fußsoldaten, aber auch bei der Reiterei, verheerende Schneisen. 
Die Minifossis gehen davon aus, dass es bereits mehrfach zu solchen Oberflächenfunden 
gekommen ist, die aber nicht öffentlich bekannt wurden. Jedoch nur so lassen sich histo-
risch interessante Rückschlüsse über jene unruhige Zeit im Wiesental rekonstruieren. 
Deshalb bieten wir auch eine Weiterleitung zur Begutachtung solcher bislang unbekann-
ter Funde an. 
...
Hier nun die Gesamtübersicht unserer Dioramen und Profile
Hage  Kreuzritter  Letzen
Verhau Pioniere Schanzbauern
4-Eck-Schanze 5-Eck-Schanze 6-Eck-Schanze
Lawinen Flügelreiter Widerstand
Tödliches Tal 30-jähriger Krieg Flößerei
Riese Landskechte Kleiner Krieg
Elitetruppen  Menschenwolf Entsatz
Genie-Korps Römer  Schanzbauern
Schanzenbau Linien-Sappeure Homini lupus
Mineure  Sappeure   Ingenieure
Schwarzwald Winterfeldzug  Verteidigung
 Japaner  Preußen Osmanen
Brückenbau Schwarzwaldhof Homo Mensch
6-Eck-Schanze Sternschanze I Sternschanze II
Troß Tod Rückzug
Redoute Sturzbach Baustelle
Bruno-Knut Krieg Steinlawine
Gatter Glacis Osmanen
....
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